Sensomotorisch-perzeptive Behandlung

Im Rahmen der Ergotherapie beinhaltet die sensomotorisch-perzeptive Behandlung eine gezielte Therapie krankheitsbedingter Störungen der sensomotorischen und perzeptiven Funktionen bei Menschen jeden Alters. Als sensomotorische Störung kann dabei ein gestörtes Zusammenspiel der sinnesbezogenen mit den motorischen (bewegungsbezogenen) Systemen eines Menschen charakterisiert werden. Unter Perzeption wird die Gesamtheit der Wahrnehmungsvorgänge verstanden.

Ziel der sensomotorisch-perzeptiven Behandlung ist es diese Funktionsstörungen und die sich hieraus ergebenden Fähigkeitseinschränkungen zu verringern bzw. gänzlich zu beseitigen, d. h. eine Verbesserung von Körperwahrnehmung, Körperhaltung und Beweglichkeit zu erreichen. Übergeordnet soll somit eine größtmögliche aktive Selbständigkeit im Alltag erhalten bzw. wiederhergestellt werden.

Die sensomotorisch-perzeptive Behandlung umfasst dabei insbesondere Maßnahmen zum/zur:

  • Desensibilisierung und Sensibilisierung einzelner Sinnesfunktionen,
  • Koordination, Umsetzung und Integration von Sinneswahrnehmungen,
  • Verbesserung der Körperwahrnehmung,
  • Hemmung und Abbau pathologischer Haltungs- und Bewegungsmuster und Bahnung normaler Bewegungen,
  • Stabilisierung sensomotorischer und perzeptiver Funktionen mit Verbesserung der Gleichgewichtsfunktion,
  • Kompensation eingeschränkter praktischer Möglichkeiten durch Verbesserung der kognitiven Funktionen, Erlernen von Ersatzfunktionen,
  • Entwicklung und Verbesserung im situationsgerechten Verhalten und der zwischenmenschlichen Beziehungen,
  • Erlangen der Grundarbeitsfähigkeiten,
  • Verbesserung der Mund- und Essmotorik,
  • Verbesserung der eigenständigen Lebensführung, auch unter Einbeziehung technischer Hilfen.

(Quelle: Heilmittel-Richtlinie in der Fassung vom 20. Januar 2011 mit Änderung vom 19. Mai 2011, in Kraft seit 1. Juli 2011)